Jürgen Malte Markhoff

jmmGeboren 1938 im westfälischen Soest als Sohn eines Juristen und Landwirts hat jmm eigentlich schon im Sandkasten „gemalt“ – damals aber mehr schwarze Rahmen um NS-Briefmarken, die dann bei den Besatzungssoldaten als philatelistische Raritäten gegen Schokolade eingetauscht wurden.

In den letzten Schuljahren in Hamm geriet jmm unwissentlich unter den künstlerischen Einfluss seines Kunstlehrers Helmut Plontke, der abseits seiner Lehrtätigkeit mit seinen Federzeichnungen viel Erfolg unter den magischen Realisten Europas hatte und an deren großen Sammelausstellungen in vielen Ländern teilnahm. Die Bekanntschaft konnte erst nach der Schulentlassung intensiviert werden, weil Plontke sich wegen drohender Proteste der Eltern nie mit seiner Kunst im Hammer Alltag offenbarte. Als 16jähriger (1954/55) begann jmm mit ersten Zeichnungen surrealistischer und phantastisch-magischer Art. Anschließend Zugehörigkeit zu einem Kreis junger Künstler um Helmut Plontke.

jmm begann eine Grafiklehrer bei einer Hagener Tageszeitung. Doch die schnell nachlassende Faszination dauernder Retusche-Arbeiten mit der Lupe und Reinzeichnungen für Karrikaturisten brachten den Wechsel in die Journalistik. Es folgten zwei Jahre „Wanderleben“ durch zahlreiche Lokalredaktionen zwischen Hamm und Siegen. Dann zur Zeit des Algerien-Krieges der vergebliche Versuch, aus dem Kriegsgebiet zu berichten. Stattdessen folgten mehrere Monate dauernde Rundfahrten durch Marokko, Spanien, nach Paris und schließlich Berlin.

Dann folgten Jahre als Lokalredakteur in Fröndenberg, Menden und Schwerte, in denen sich allmählich Bilder, Zeichnungen und Aquarelle ansammelten. Die erste Einzelausstellung fand 1956 in der Stuttgarter Hausbücherei am Dortmunder Westenhellweg statt. Es gab u. a. eine ausführliche Berichterstattung durch die Deutsche Presseagentur (dpa), die allerdings auch einen gehörigen Verriss über die visionären Zeichnungen enthielt – wohl eher eine persönliche Wertung der Inhalte…
jmm hatte zeitweilig ein zweistöckiges Atelier in der Schwerter Innenstadt und bildete zusammen mit Johann Peter Reuter (lebt heute als anerkannter Künstler im rheinland-pfälzischen Guntersblum, wo er sich inmitten vieler guter Weingüter von Kirchenmusik inspirieren läßt) und „Manni“ Schwitteck (Mitglied im Künstlersonderbund Deutschland mit vielen internationalen Ausstellungen) eine Dreiergruppe, die eine vielbeachtete Ausstellung in der Katholischen Akademie Schwerte aufbaute (1963). Dazu erschien eine aufwendige gemeinsame Mappen-Edition mit Radierungen über Francois Villon-Gedichte. Mehrere Gruppen-Ausstellungen in Schwerte (1963/65/66/67) und Wrexham-Wales (1972), dann Mitglied der Gruppe Vierundsiebzig (1974/1975).
Es gab noch eine Einzelausstellung in einer Paderborner Galerie, bevor die journalistische Karriere (Ressortleiter Reportage und Wissenschaft in Dortmund) zu einer künstlerischen Schaffenspause zwang.

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